Glück im Buddhismus - Songshan.de

Glück im Buddhismus – Meine persönliche Sicht

Im Buddhismus nimmt der Glücksbegriff eine sehr wichtige Rolle ein. Es liegt in der Natur des Menschen, dass jeder Leid vermeiden und Glück im Leben haben möchte. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen meine ganz persönliche Sichtweise von Glück schildern.

Der Glücksbuddha

Jede/r Buddhist/in kennt den Glücksbuddha, der auch „Lachender Buddha“ genannt wird. Auf Chinesisch heißt er 布袋 (bùdài).  Er ist sehr korpulent und strahlt lachend das pralle, glückliche Leben aus. Die meisten Menschen beginnen zu lächeln, wenn sie ihn sehen. Dieser Glücksbuddha ist für mich das Wesen, das am meisten Zufriedenheit und Glück ausstrahlt. Er ist das Glück selbst!

Das Glück in uns selbst

Mit den Botenstoffen Serotonin und Dopamin hat uns die Natur eine sehr reiche Quelle an Glück geschenkt. Diese Botenstoffe werden in Glückszuständen in den Körper abgegeben und führen sehr schnell zu einem zufriedenen, glücklichen Gefühl.

Viele Menschen denken, dass äußere Dinge, wie beispielsweise ein eigenes Haus, eine Segeljacht, ein schickes Auto, ein gut bezahlter Beruf, teurer Schmuck etc. sie nur glücklich machen kann. Dies halte ich aus meiner Sicht für einen Irrtum. Das Glück liegt in uns selbst.

Wichtig für das Glücklichsein erscheint mir, nicht alles als selbstverständlich anzusehen. Es ist ein Glück, gesund zu sein, gesunde Kinder zu haben, fließend Wasser und Strom zu haben, überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben, auch, wenn es beispielsweise „nur“ eine einfache Ein-Zimmer-Wohnung ist. In dem Moment, wo wir nicht alles als Selbstverständlichkeit ansehen, was wir hier im Westen haben, empfinden wir Glück und Dankbarkeit. Beachtet die kleinen Dinge Leben, gerade diese sind es, die am meisten Freude machen.

Vor kurzem habe ich mir ein paar Pflanzen zugelegt, nachdem leider unser geliebter Kater Blacky verstorben ist, bei dem wir keine Pflanzen haben konnten, da er daran knabberte. Ich bin glücklich, nun das Orangenbäumchen zu haben, es wächst und gedeiht. Für viele Menschen erscheint ein Orangenbäumchen nahezu unwichtig, für mich ist es einer meiner größten Schätze, die ich habe und die ich liebe.

Wir können darüber glücklich sein, eine harmonische Beziehung zu haben, in der der eine dem anderen zuhört und für ihn da ist. Auch das ist nicht selbstverständlich.

Täglich sollten wir uns bewusst machen, welch ein wertvolles Geschenk es ist, überhaupt am Leben zu sein, täglich Sonnenaufgänge zu erleben, die Natur zu spüren, Pflanzen und Bäume wachsen zu sehen, Tiere in der Natur zu erleben. All dies sind wunderbare Geschenke unseres Lebens, auf die wir aufgrund von Berufstätigkeit und einem stressigen Alltag viel zu wenig achten.

Wir sind ein Teil der Natur

Auch, wenn der Mensch sich gerne über andere Geschöpfe erhebt, sind wir trotzdem ein Teil der Natur. Im Angesicht der Vielzahl an Pflanzen und Tierarten ist es fast schon eine Besonderheit, Mensch geworden zu sein. Beispielsweise hätte ich als Ameise geboren werden können oder als Elefant. Freut euch über das Glück des Menschseins.

In einer Welt, in der wirtschaftliche Interessen vorherrschen, die Medien überall Werbung und Katastrophen verkünden, vergisst man als Mensch nur zu schnell seine wahre Natur. Buddha ist in uns allen.

Es wäre schön, wenn die Mehrzahl der Menschen nicht nur Geld und Wirtschaft im Kopf hätten, sondern sich auf die Natur besinnen würden, derer sie angehören. Ich freue mich und bin glücklich, wenn ich morgens die Sonne aufgehen und sie abends untergehen sehe. Leider nimmt die Zerstörung der Natur immer schlimmere Formen seit vielen Jahrzehnten an. Der Mensch ist das einzige Wesen, das seinen Lebensraum selbst zerstört. Die Erde ist unser Zuhause und sollte von jedem Lebewesen geschützt und geachtet werden.

 

Probleme kleiner machen

Jeder Mensch muss größere oder kleinere Probleme bewältigen, die ihn oft davon abhalten, Glück zu spüren. Vor einiger Zeit habe ich die Erfahrung gemacht, wenn ich ein Problem beziehungsweise, wie ich es nenne, eine Herausforderung, zu bestehen habe, dann visualisiere ich, dass ich ein ganz kleiner Teil des riesigen Weltalls bin und stelle mich als ganz kleinen Menschen vom Weltall aus gesehen vor, wie ich auf der Erde stehe. Dann frage ich, ob die Herausforderung wirklich im Vergleich mit dem großen Weltall so bedeutend ist, dass ich mich aufregen, ärgern oder verzweifeln sollte. Zumeist lässt sich dies mit einem „Nein“ beantworten.

Ich spüre bei dieser Visualisierung eine große Entspannung, eine Art Loslassen dieser Herausforderungen, die mich belasten. Mir ist sehr bewusst, dass das Leben endlich ist und es eines Tages soweit ist, dass ich diese Erde verlassen werde, um in eine neue Phase einzutreten. Das Leben ist ein Kreislauf, wie alles Natürliche ein nie endender Kreislauf ist. Um so glücklicher macht es mich, jetzt mein Leben erleben zu dürfen, auch, wenn meine Schwerbehinderungen und die geringen finanziellen Mittel es nicht gerade leicht machen.

Fazit

Quält euch nicht mit dem, was ihr nicht habt; fördert, schützt und pflegt das, was ihr habt. Macht aus dem, was ihr habt, das Beste. Ihr seid einzigartig und wertvoll, euer Leben ist ein einzigartiges Ereignis, das irgendwann ein Ende hat. Und es wäre schade, wenn man dieses Leben in Unzufriedenheit verbringen würde. Namaste!

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